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Mehrere Smarthosts in Exchange 2016/2019: je Empfängerdomäne (Bordmittel) und je Absender (mit Relay)
Exchange unterstützt mehrere Smarthosts mit Bordmitteln nur nach Empfängerdomäne: ein Sendeconnector je Ziel-Adressraum mit eigenem Smarthost und Kosten; Routing nach Absender braucht einen zusätzlichen Relay-Hop. Dieser Ratgeber zeigt beide Einrichtungen Schritt für Schritt, die Befehle zur Kontrolle und eine Tabelle, mit der Sie entscheiden, welcher Weg zu Ihrer Situation passt.
Aktualisiert am 2026-09-17
Zuerst klären: Welches „mehrere“ ist gemeint?
„Mehrere Smarthosts“ beschreibt zwei verschiedene Anforderungen, und nur für eine davon hat Exchange eine Einstellung.
- Verschiedene Ziele, verschiedene Smarthosts. Mail an einen Partner, die Konzernmutter oder ein bestimmtes Land soll über ein eigenes Gateway hinausgehen, alles Übrige über die normale Route. Entscheidend ist der Empfänger. Das erledigt Exchange mit eigenen Sendeconnectoren (Weg A).
- Verschiedene Absender, verschiedene Smarthosts. Mail von
firma-a.examplesoll über Provider A mit Login A hinausgehen, Mail vonfirma-b.exampleüber Provider B mit Login B, weil jeder Provider nur für die Adressen seiner eigenen Kunden weiterleitet. Entscheidend ist der Absender. Dafür hat Exchange keine Einstellung; es braucht einen zusätzlichen Relay-Hop (Weg B). Warum das so ist, erklärt der Ratgeber Exchange-Sendeconnectoren routen nach Empfängerdomäne, nicht nach Absender. Dieselbe Frage beantwortet die Wissensdatenbank seit Jahren in Kurzform: Exchange 2010: mehrere Smarthosts anlegen.
Wie Exchange unter mehreren Sendeconnectoren auswählt
Microsoft dokumentiert die Auswahl unter Connectorauswahl beim externen Nachrichtenrouting. Für eine Nachricht an einen externen Empfänger verwirft Exchange zuerst alle Connectoren, deren Größenlimit kleiner ist als die Nachricht. Danach bleiben nur Connectoren übrig, die aktiviert sind, vom lokalen Active-Directory-Standort aus sichtbar sind (ohne Bereichsbeschränkung oder auf diesen Standort beschränkt) und einen Adressraum haben, der zur Empfängeradresse passt. Aus dieser Liste gewinnt der Connector mit dem genauesten Adressraum. Microsofts Beispiel: Für julia@marketing.contoso.com lautet die Reihenfolge marketing.contoso.com, dann *.contoso.com, dann *. Erst wenn zwei Connectoren gleich genau passen, entscheiden die Kosten (niedriger ist besser), danach die Anzahl der Hops und zuletzt der Connectorname.
Die Schreibweise des Adressraums ist kurz (Sendeconnectors in Exchange Server): * steht für alle Domänen, contoso.com für genau diese Domäne ohne Subdomänen, *.contoso.com für die Domäne samt allen Subdomänen. In der Exchange-Verwaltungsshell lautet die vollständige Form Typ:Adressraum;Kosten, zum Beispiel SMTP:*;1; die Kosten reichen von 1 bis 100, der niedrigere Wert ist die bessere Route (New-SendConnector).
Weg A: ein Smarthost je Empfängerdomäne – nur mit Exchange
Grundlage ist Microsofts Anleitung Erstellen eines Sendeconnectors zur Weiterleitung ausgehender E-Mails über einen Smarthost (Exchange 2016, 2019 und Subscription Edition). Der archivierte Artikel Konfigurieren eines dedizierten Sendeconnectors für eine bestimmte Domäne beschreibt dasselbe Prinzip für Exchange 2010.
- Standardroute behalten. Sie brauchen einen Sendeconnector mit dem Adressraum
*für alle übrige externe Mail, mit DNS-Zustellung oder Ihrem üblichen Smarthost. Auf den meisten Servern gibt es ihn bereits. - Dedizierten Connector anlegen. Im Exchange Admin Center unter Nachrichtenfluss > Sendeconnectors einen neuen Connector hinzufügen. Vergeben Sie einen sprechenden Namen, wählen Sie den Typ Benutzerdefiniert, dann E-Mail über Smarthosts weiterleiten, und tragen Sie den Smarthost als IP-Adresse oder FQDN ein. Wählen Sie die Authentifizierung, die der Smarthost verlangt; bei einem Login nehmen Sie die Standardauthentifizierung mit TLS-Verschlüsselung (Offer basic authentication only after starting TLS) statt der einfachen Standardauthentifizierung, die Benutzername und Kennwort im Klartext sendet.
- Adressraum festlegen. Tragen Sie die Empfängerdomäne als SMTP-Adressraum ein, zum Beispiel
partner.example, oder*.partner.exampleeinschließlich der Subdomänen, mit Kosten 1. Die Option für einen bereichsbezogenen Sendeconnector bleibt aus, sofern der Connector nicht bewusst nur in einem Active-Directory-Standort sichtbar sein soll. Quellserver wählen, fertigstellen. - Wiederholen Sie das für jedes Ziel, das einen eigenen Smarthost braucht. Jeder dedizierte Connector muss eine andere Empfängerdomäne tragen.
Dasselbe in der Exchange-Verwaltungsshell, in der von Microsoft dokumentierten Syntax:
New-SendConnector -Name "Partner via Gateway" -AddressSpaces "SMTP:partner.example;1" -Custom -DNSRoutingEnabled $false -SmartHosts gateway.partner.example -SmartHostAuthMechanism None
New-SendConnector -Name "Smarthost zum Internet" -AddressSpaces * -Custom -DNSRoutingEnabled $false -SmartHosts 192.168.3.2 -SmartHostAuthMechanism None So sehen Sie, woraus Exchange auswählt:
Get-SendConnector | Format-List Name,Enabled,AddressSpaces,SmartHosts,Port,IsScopedConnector,SourceTransportServers Senden Sie danach eine Nachricht an die Partnerdomäne und eine an eine beliebige andere Domäne. Microsofts eigene Kontrolle ist dieselbe: Testnachricht senden und bei Bedarf die Protokollierung des Sendeconnectors einschalten, um die Sitzung zu sehen. Weil der genauere Adressraum unabhängig von den Kosten gewinnt, übernimmt der Partner-Connector die Mail an partner.example, obwohl der *-Connector dieselben Kosten von 1 hat.
Zwei Details, die Zeit sparen. Ein Sendeconnector darf mehrere Smarthosts enthalten, aber sie sind Alternativen für eine Route und teilen sich eine Authentifizierungseinstellung – das ist Ausfallsicherheit, kein Weg zu zwei Providern. Und zwei Connectoren mit dem Adressraum * teilen Ihre Mail nicht auf; der mit den niedrigeren Kosten wird für alles bevorzugt.
Weg B: ein Smarthost je Absender – mit einem Relay hinter einem einzigen Connector
Wenn der Smarthost vom Absender abhängen soll, behält Exchange genau einen Sendeconnector und übergibt alles an ein lokales Relay, das die Absender kennt. MultiSendcon ist dieses Relay: ein Windows-Dienst, der Mail von Exchange auf einem alternativen Port annimmt (für Exchange ist er ein gewöhnlicher Smarthost) und sie an das SMTP-Konto verteilt, das zum Absender gehört. Die vollständige Anleitung mit Bildern ist die MultiSendcon-Installationsanleitung; in Kürze:
- Installieren. Führen Sie den Installer von der Download-Seite auf dem Exchange-Server aus. Er startet den Dienst und legt in Exchange einen Sendeconnector namens
MultiSendconmit dem Adressraum*, Port 2500 und Kosten von 100 an; bis Sie so weit sind, läuft alle Mail weiter über Ihre bisherigen Connectoren. Kann der Installer den Connector nicht anlegen, genügt ein Befehl (Wissensdatenbank: den MultiSendcon-Sendekonnektor manuell erstellen):new-sendconnector -name MultiSendcon -Addressspaces "SMTP:*;100" -port 2500 -SmarthostAuthMechanism none -smarthosts 127.0.0.1 - Master relay. Im MultiSendcon Administrator unter Configure > Master relay wählen Sie die lokale IP-Adresse, auf der der Dienst lauscht, und belassen den Port bei 2500. Beschränken Sie die IP-Adressen, die sich verbinden dürfen, damit das Relay von außen nicht nutzbar ist.
- Je Provider ein SMTP-Konto. Auf der Seite Relay servers legen Sie mit Add Relay Server für jeden Smarthost ein Konto an: Servername, Port (üblich 25, 587 oder 465; auf 465 wird SSL automatisch aktiviert), Benutzername und Kennwort sowie den Absenderfilter, der bestimmt, wer das Konto benutzt:
*@firma-a.examplefür eine ganze Domäne oderbenutzer@firma-b.examplefür eine einzelne Adresse. Ein leerer Filter passt auf jeden Absender. Passen mehrere Konten, gewinnt der oberste Eintrag; setzen Sie Einzeladressen deshalb über ihre Domäne. Zwei Konten mit derselben Maske werden in Listenreihenfolge versucht, das ergibt ein primäres und ein Ausweich-Relay. Add Direct DNS legt einen Eintrag an, der per MX-Abfrage direkt beim Mailserver des Empfängers zustellt – nützlich als Rückfall für Adressen, auf die kein Relay-Konto passt. (Die verlinkten Hilfeseiten sind englisch.) - NDR handling. Tragen Sie als SMTP-Server den Namen oder die IP-Adresse Ihres Exchange-Servers ein, damit Unzustellbarkeitsberichte für Mail, die ein Provider ablehnt, zum Absender oder zu einem Postmaster zurückfinden.
- Jedes Konto testen mit dem eingebauten SMTP-Kontotest. Verwenden Sie eine Absenderadresse, die zum Absenderfilter des Kontos passt, und verfolgen Sie die Antwort des Providers im Protokoll des Administrators.
- Exchange umschalten. Setzen Sie am Sendeconnector
MultiSendcondie Adressraumkosten von 100 auf 1 (aktivieren Sie den Connector, falls Exchange ihn als deaktiviert anzeigt) und ersetzen Sie den Smarthost127.0.0.1durch die IP-Adresse, die Sie auf der Seite Master relay gewählt haben. In der Shell:Set-SendConnector MultiSendcon -AddressSpaces "SMTP:*;1" -SmartHosts <IP-Adresse>. Senden Sie aus jeder Absenderdomäne eine Nachricht und verfolgen Sie sie im Administrator-Protokoll bis zum richtigen Konto.
Weg A und Weg B im Vergleich
| A: je Empfängerdomäne (nur Exchange) | B: je Absender (Exchange + Relay) | |
|---|---|---|
| Was den Smarthost bestimmt | Die Domäne des Empfängers, über den Adressraum des Connectors | Adresse oder Domäne des Absenders, über die Absendermaske des Kontos; auf Wunsch zusätzlich der Empfänger |
| Sendeconnectoren in Exchange | Einer je Ziel plus der *-Connector | Einer (*, Port 2500, Kosten 1) |
| Zugangsdaten | Eine Authentifizierungseinstellung je Connector | Ein Login je SMTP-Konto, beliebig viele Konten |
| Reihenfolge der Auswertung | Genauester Adressraum, dann Kosten, Hops, Connectorname | Listenreihenfolge auf der Seite Relay servers; der oberste Treffer gewinnt |
| Ausweichroute | Zweiter Connector mit demselben Adressraum und höheren Kosten | Zweites Konto mit derselben Absendermaske unter dem ersten |
| Wo Sie testen | Testnachricht plus Protokoll des Sendeconnectors | Kontotest plus Protokoll im MultiSendcon Administrator |
| Zusätzliche Software | Keine | Ein Windows-Dienst auf dem Exchange-Server |
| Typischer Einsatz | Partner-Gateway, Filter-Appliance für bestimmte Ziele | Mehrere Firmen oder Domänen auf einem Server, jede mit eigenem Provider-Relay |
Beide Wege vertragen sich. Ein dedizierter Connector für partner.example gewinnt für dieses Ziel weiterhin, weil sein Adressraum genauer ist als das * des MultiSendcon-Connectors; alles andere geht an das Relay und wird dort nach Absender sortiert.
Häufige Fragen
Können zwei Sendeconnectoren beide den Adressraum * haben?
Ja, Exchange lässt das zu, aber es bewirkt nicht, was die meisten Administratoren erwarten. Beide Connectoren passen dann mit derselben Genauigkeit auf jeden externen Empfänger, und Exchange nimmt den mit den niedrigeren Adressraumkosten. Microsoft beschreibt die Kosten als Mittel zur Optimierung des Nachrichtenflusses und zur Fehlertoleranz, wenn derselbe Adressraum auf mehreren Connectoren liegt: Sie erhalten eine bevorzugte Route und eine zweite dahinter, und zwar für alle Mail. Nach Absenderdomäne wird dabei nichts aufgeteilt, denn der Absender gehört nicht zu den Auswahlkriterien.
Was passiert, wenn ich zwei Smarthosts in einen Sendeconnector eintrage?
Ein Sendeconnector kann mehrere Smarthosts enthalten, als IP-Adresse oder FQDN, und Exchange behandelt sie als Alternativen für dieselbe Route. Sie teilen sich die eine Authentifizierungseinstellung des Connectors: Microsoft weist in der Anleitung für dedizierte Sendeconnectoren darauf hin, dass bei mehr als einem Smarthost alle denselben Benutzernamen und dasselbe Kennwort akzeptieren müssen. Zwei Provider mit zwei verschiedenen Logins passen deshalb nicht auf einen Connector; sie brauchen je einen eigenen Connector oder ein Relay, das die Zugangsdaten je Provider hält.
Muss ich meinen alten Sendeconnector deaktivieren, wenn der MultiSendcon-Connector dazukommt?
Nicht zwingend. Der MultiSendcon-Installer legt seinen Connector mit dem Adressraum * und Kosten von 100 an; es ändert sich also nichts, bis Sie die Kosten auf 1 setzen. Ab dann wird er einem vorhandenen *-Connector mit höheren Kosten vorgezogen, und der alte Connector bleibt als zweite Route bestehen. In die Routingentscheidung gehen nur aktivierte Connectoren ein: Wenn Sie sicher sein wollen, dass keine Mail am Relay vorbeigeht, deaktivieren Sie den alten Connector, sobald Ihre Tests sauber sind. Connectoren mit einem genaueren Adressraum, etwa für eine Partnerdomäne, gewinnen weiterhin gegen * und arbeiten wie bisher.
Funktioniert das auch mit Exchange 2013, Exchange 2010 oder SBS 2011?
Der Weg mit Bordmitteln ist ein Sendeconnector je Ziel-Adressraum. Microsofts aktuelle Anleitung gilt für Exchange 2016, 2019 und die Subscription Edition und verwendet das Exchange Admin Center; der archivierte Artikel für Exchange 2010 beschreibt dieselben Schritte in der Exchange-Verwaltungskonsole. Für das Routing je Absender nennen die Systemvoraussetzungen von MultiSendcon Exchange Server 2019, 2016, 2013, 2010, 2007, 2003 und 2000 einschließlich aller Small-Business-Server-Ausgaben, die Produktseite zusätzlich Exchange Server SE.
Mehr zum ausgehenden Mailfluss im Exchange-Ratgeber oder in der Wissensdatenbank. In English: Multiple smart hosts in Exchange 2016/2019.