Exchange-Ratgeber › Ausgang: Sendeconnectoren und Smarthosts
Exchange: „A matching connector cannot be found to route the external recipient“ – Ursachen und Lösung
Exchange Server legt eine Nachricht mit dem letzten Fehler „A matching connector cannot be found to route the external recipient“ (sinngemäß: Für den externen Empfänger wurde kein passender Connector gefunden) in die Warteschlange „Unreachable“ (Nicht erreichbar), wenn kein aktivierter Sendeconnector, der vom Active-Directory-Standort des sendenden Servers aus sichtbar ist, mit seinem Adressraum die Domäne des Empfängers abdeckt. Typische Ursachen sind ein Connector ohne den Adressraum *, ein deaktivierter Connector, ein bereichsbezogener Connector an einem anderen Standort oder ein Adressraum, der anders greift als gedacht. Mit der Nachricht und dem Empfänger ist alles in Ordnung; der Routingtabelle fehlt lediglich der Ausgang für diese Domäne.
Aktualisiert am 2026-09-19
Was die Meldung bedeutet
Für jeden externen Empfänger muss Exchange genau einen Sendeconnector auswählen. Microsoft beschreibt das Verfahren in Connectorauswahl beim externen Nachrichtenrouting (gilt für Exchange 2016, 2019 und die Subscription Edition). Zuerst scheiden Connectoren aus, deren Größenbeschränkung kleiner ist als die Nachricht. Übrig bleiben nur Connectoren, die alle drei Bedingungen erfüllen:
- Der Connector ist aktiviert.
- Der Connector ist nicht bereichsbezogen, oder sein Bereich ist der lokale Active-Directory-Standort.
- Der Connector hat einen Adressraum, der zur E-Mail-Adresse des Empfängers passt.
Bleibt diese Liste leer, gilt laut Microsoft: „Wenn kein passender Connector für einen SMTP-Adressraum vorhanden ist, wird der Empfänger als nicht erreichbar markiert“, und die Nachricht wandert in die Warteschlange Unreachable. Dort bleibt sie liegen; der Absender erhält zu diesem Zeitpunkt keine Rückmeldung. Die Dokumentation der Warteschlangen beschreibt diese Warteschlange als Ablage für Nachrichten, die nicht an ihr Ziel geroutet werden können, typischerweise nach Konfigurationsänderungen, die den Routingpfad verändert haben. Das deckt sich mit der Praxis: Die Meldung erscheint fast immer, kurz nachdem jemand einen Sendeconnector angelegt, gelöscht, deaktiviert oder auf einen Standort beschränkt hat.
Die Ursachen – und woran Sie sie erkennen
| Ursache | Woran Sie sie erkennen | Lösung |
|---|---|---|
Kein Connector mit dem Adressraum * | Mail an wenige Domänen geht hinaus, alles andere hängt. Die Connectoren führen nur einzelne Domänen auf. | Einen Connector mit dem Adressraum * für die übrige Internet-Mail anlegen oder * an einem vorhandenen Connector ergänzen. Für ihre Domänen gewinnen weiterhin die spezifischeren Connectoren. |
| Der Connector ist deaktiviert | Enabled steht auf False. Nur aktivierte Connectoren fließen in Routingentscheidungen ein; ein deaktivierter Connector zählt wie keiner. | Set-SendConnector "Name" -Enabled $true oder den Connector im EAC unter Nachrichtenfluss → Sendeconnectors aktivieren. |
| Bereichsbezogener Connector an einem anderen AD-Standort | IsScopedConnector ist True, und die Quellserver stehen an einem anderen Standort als der Server, auf dem die Nachricht wartet. Ein bereichsbezogener Connector ist für Exchange-Server anderer Standorte unsichtbar und wird dort nicht berücksichtigt. | Den Bereich aufheben (EAC: Registerkarte zur Bereichsdefinition des Connectors; Shell: -IsScopedConnector $false) oder einen Connector anlegen, den der betroffene Standort sieht. |
| Der Adressraum passt nicht zur Empfängerdomäne | contoso.com deckt genau diese Domäne ohne Subdomänen ab; für user@mail.contoso.com gibt es damit keinen Treffer. Erst *.contoso.com umfasst die Domäne samt allen Subdomänen. Dokumentiert sind die Formen *, Domäne und *.Domäne. Ein Adressraum ist eine Zieldomäne, keine E-Mail-Adresse. | Den Adressraum auf eine der drei dokumentierten Formen korrigieren. |
| Kein nutzbarer Quellserver | Microsoft verlangt mindestens einen Postfachserver oder Edge-Transport-Server als Host des Connectors. Nach einer Migration steht dort mitunter nur noch ein Server, den es nicht mehr gibt. | Einen aktuellen Postfachserver am Connector eintragen (EAC oder -SourceTransportServers). |
Schreibweise und Bereichsregel stehen in Sendeconnectors in Exchange Server (Microsofts deutsche Seite trägt den maschinell übersetzten Titel „Senden von Connectors“). Zwei naheliegende Verdächtige sind es dagegen nicht: Eine Größenbeschränkung am Connector führt zu einem Unzustellbarkeitsbericht, wenn die Nachricht für alle Connectoren zu groß ist, nicht zu dieser Meldung. Und die Kosten entscheiden nur zwischen Connectoren, die bereits passen; hohe Kosten machen einen Connector nie unbenutzbar.
Prüfung in der Exchange-Verwaltungsshell
Ein Befehl zeigt alle Einstellungen, die an der Entscheidung beteiligt sind (Get-SendConnector):
Get-SendConnector | Format-List Name,Enabled,AddressSpaces,IsScopedConnector,SourceTransportServers,MaxMessageSize Lesen Sie die Ausgabe mit der Empfängerdomäne einer hängenden Nachricht im Kopf: Gibt es einen aktivierten Connector, dessen AddressSpaces den Eintrag * oder die Domäne des Empfängers enthält? Ist er nicht bereichsbezogen, oder stehen seine Quellserver am selben Standort wie der Server, auf dem die Nachricht wartet? Danach lohnt der Blick in die Warteschlange selbst:
Get-Queue -Identity Mailbox01\Unreachable | Format-List Identity,Status,MessageCount,LastError
Get-Message -Queue Mailbox01\Unreachable | Format-Table FromAddress,Subject,LastError Ersetzen Sie Mailbox01 durch den Namen Ihres Servers. Die Empfängerdomänen der wartenden Nachrichten verraten, welcher Adressraum fehlt. Hängt die gesamte externe Mail, suchen Sie den *-Connector; hängt eine einzelne Domäne, suchen Sie einen Connector, der diese Domäne beansprucht und deaktiviert, anderswo bereichsbezogen oder ohne Subdomänen-Platzhalter geschrieben ist.
Wenn ein zweiter Connector dazwischenfunkt
Am meisten Verwirrung stiftet ein Connector, der eigentlich gar nicht beteiligt sein sollte. Exchange bevorzugt den genauesten Adressraum: Für julia@marketing.contoso.com nennt Microsoft die Reihenfolge marketing.contoso.com, dann *.contoso.com, dann *. In diesen Vergleich gelangt ein Connector aber nur, wenn er die drei Bedingungen oben erfüllt. Ein spezifischer Connector, der deaktiviert oder auf einen anderen Standort beschränkt ist, gewinnt also nicht erst und scheitert dann; er wird schlicht übergangen, und die Mail fällt auf den *-Connector zurück, sofern es einen gibt. Gibt es keinen, ist die Domäne nicht erreichbar. Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Ein alter Test-Connector mit spezifischem Adressraum, der aktiviert ist, nimmt Ihrem Hauptconnector die Mail für diese Domäne weg und schickt sie an einen Smarthost, der sie längst nicht mehr annimmt. Das ergibt eine Zustellwarteschlange im Status „Wiederholen“, nicht die Warteschlange Unreachable; diesen Unterschied sollten Sie klären, bevor Sie etwas ändern. Sind Sie unsicher, welchen Connector Exchange verwendet, deaktivieren Sie die Verdächtigen nacheinander und beobachten Sie, in welche Warteschlange die nächste Testnachricht läuft.
Nach der Korrektur: die wartende Mail auf den Weg bringen
Exchange übergibt die Warteschlange Unreachable von selbst erneut an das Kategorisierungsmodul, sobald es eine Konfigurationsänderung erkennt, sofern die Warteschlange nicht angehalten wurde. Liegen die Nachrichten einige Minuten nach Ihrer Änderung noch dort, übermitteln Sie sie erneut. Microsofts Verfahren für Warteschlangen halten fest, dass die Warteschlangenanzeige das nicht kann, und nennen für genau diesen Fall den Befehl:
Retry-Queue -Identity Mailbox01\Unreachable -Resubmit $true Beim erneuten Übermitteln gehen die Nachrichten zurück in die Übermittlungswarteschlange, und das Kategorisierungsmodul trifft mit den korrigierten Connectoren eine neue Routingentscheidung. Nachrichten im Status „Angehalten“ bleiben dabei liegen; setzen Sie diese zuerst fort.
Dieselbe Meldung mit einem Relay wie MultiSendcon
Wer ausgehende Mail über ein lokales Relay nach Absender routet, betreibt Exchange mit einem einzigen Sendeconnector. Damit ist die Meldung leicht ausgelöst und ebenso leicht behoben. MultiSendcon nimmt die gesamte ausgehende Mail von Exchange auf 127.0.0.1, Port 2500, über einen Connector mit dem Adressraum SMTP:* entgegen und wählt das Provider-Relay je Absender selbst. Das Installationsprogramm legt diesen Connector deaktiviert und mit den Kosten 100 an, damit die Mail weiter über den bisherigen Connector läuft, während Sie die Relay-Konten eintragen (Installationsanleitung). Zwei Fehler führen geradewegs in die Warteschlange Unreachable:
- Der alte Connector wird gelöscht oder deaktiviert, bevor der MultiSendcon-Connector aktiviert ist. Dann gibt es keinen aktivierten Connector mehr, und jeder externe Empfänger ist nicht erreichbar. Aktivieren Sie den Connector und setzen Sie die Kosten auf 1.
- Der Connector wurde nie angelegt, etwa weil PowerShell-Remoting bei der Installation abgeschaltet war. Legen Sie ihn mit dem Befehl aus dem Knowledge-Base-Artikel MultiSendcon-Sendeconnector manuell anlegen an und setzen Sie danach die Kosten auf 1.
Die Kosten 100 allein lösen die Meldung nicht aus: Solange der Connector aktiviert und der einzige mit * ist, verwendet Exchange ihn. Die Kosten zählen erst, wenn daneben noch ein älterer *-Connector aktiviert ist; dann gewinnt der niedrigere Wert, und deshalb verlangt die Anleitung die Änderung von 100 auf 1. Wie mehrere Connectoren und mehrere Smarthosts zusammenspielen, beschreibt der Ratgeber Mehrere Smarthosts in Exchange 2016/2019; warum Exchange einen Connector nicht nach Absender wählen kann, steht in Exchange-Sendeconnectoren routen nach Empfängerdomäne, nicht nach Absender. MultiSendcon können Sie 30 Tage lang testen: zum Download.
Häufige Fragen
Muss ich die Nachrichten nach der Korrektur des Sendeconnectors neu senden?
In der Regel nicht. Laut Microsoft Learn übergibt Exchange die Nachrichten der Warteschlange Unreachable automatisch erneut an das Kategorisierungsmodul, sobald eine Konfigurationsänderung erkannt wird, es sei denn, ein Administrator hat die Warteschlange angehalten. Liegen die Nachrichten nach der Änderung weiterhin dort, übermitteln Sie die Warteschlange in der Exchange-Verwaltungsshell erneut: Retry-Queue -Identity <Server>\Unreachable -Resubmit $true. Mit der Warteschlangenanzeige geht das nicht; Microsoft dokumentiert das erneute Übermitteln von Warteschlangen ausschließlich für die Shell.
Kann eine Größenbeschränkung am Sendeconnector diese Meldung auslösen?
Diese Meldung nicht. Ein Sendeconnector, dessen maximale Nachrichtengröße kleiner ist als die Nachricht, scheidet zwar aus der Auswahl aus, Microsoft dokumentiert für diesen Fall aber ein anderes Ergebnis: Überschreitet die Nachricht die Größenbeschränkung aller Connectoren, erhält der Absender einen Unzustellbarkeitsbericht. Die Warteschlange Unreachable und die Meldung zum fehlenden Connector sind das Ergebnis, wenn kein aktivierter, sichtbarer Connector einen Adressraum hat, der zum Empfänger passt.
Warum bleibt nur Mail an eine bestimmte Domäne hängen, während alles andere hinausgeht?
Dann arbeitet ein Connector ohne den Adressraum *. Exchange berücksichtigt nur Connectoren, deren Adressraum zur Empfängerdomäne passt. Führen Ihre Connectoren einzelne Domänen auf, etwa partner.example und *.contoso.com, hat jedes andere Ziel schlicht keinen Connector. Die übliche Korrektur ist ein Connector mit dem Adressraum * für die gesamte übrige Internet-Mail neben den spezifischen; für die aufgeführten Domänen gewinnt weiterhin der genauere Treffer.
Ich setze MultiSendcon ein. Welcher Sendeconnector muss vorhanden sein?
Ein Sendeconnector mit dem Adressraum SMTP:*, der an den Smarthost 127.0.0.1 auf Port 2500 zustellt. Das Installationsprogramm von MultiSendcon legt ihn deaktiviert und mit den Kosten 100 an, damit Ihre Mail weiter über den bisherigen Connector läuft, während Sie die Relay-Konten einrichten. Wer den alten Connector entfernt oder deaktiviert, bevor der MultiSendcon-Connector aktiviert ist, hat keinen aktivierten Connector mehr für externe Domänen, und jede ausgehende Nachricht landet mit dieser Meldung in der Warteschlange Unreachable. Aktivieren Sie den Connector und setzen Sie die Kosten auf 1.
Mehr zum ausgehenden Mailfluss in den Exchange-Ratgebern oder in der Knowledge Base. In English: Exchange: “A matching connector cannot be found to route the external recipient”.