Exchange-Ratgeber › Eingang: POP3- und IMAP-Abholung nach Exchange

Exchange Server SE (Subscription Edition) und POP3-/IMAP-Abholung: was sich ändert — und was nicht

Exchange Server SE behält das Mailfluss-Modell von Exchange 2019 — Empfangsconnectoren, Sendeconnectoren, akzeptierte Domänen. Ein POP3-/IMAP-Connector, der seine Mail per SMTP übergibt, arbeitet deshalb wie bisher, und einen eingebauten POP3-Connector bringt auch SE nicht mit. Microsoft beschreibt die erste Ausgabe, Exchange SE RTM, als im Code gleichwertig mit Exchange Server 2019 CU15, mit drei Ausnahmen: Lizenzvereinbarung, Produktname und Buildnummer. Was sich für einen Betrieb mit Provider-Postfächern tatsächlich ändert, ist der Weg zu SE: Ein direktes Upgrade gibt es nur von Exchange 2019 CU14 oder CU15, jede ältere Version bedeutet einen neuen Server — und ein neuer Server bedeutet einen neuen Empfangsconnector, an den der Connector zustellt. Dieser Ratgeber stellt zusammen, was Microsoft zu SE sagt, was das für den Connector heißt und was Sie auf jedem Upgradepfad prüfen.

Aktualisiert am 2026-10-01

Was Exchange Server SE ist

Exchange Server Subscription Edition (SE) ist die lokale Exchange-Version, die auf Exchange Server 2019 folgt. Microsofts Lifecycle-Seite führt sie unter der Modern-Lifecycle-Richtlinie mit dem Startdatum 1. Juli 2025; nach der Exchange Server-Unterstützbarkeitsmatrix ist der Support für Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Die Seite Neuerungen in Exchange Server SE hält zur ersten Ausgabe fest (sinngemäß, die deutsche Fassung ist maschinell übersetzt):

Die Schwesterseite Einstellung in Exchange Server SE wiederholt die Aussage zur Code-Gleichheit für den Schritt von 2019 auf SE und nennt für Umsteiger von Exchange 2016 oder 2013 eine entfernte Funktion, Unified Messaging. Eine Änderung an Empfangsconnectoren, Sendeconnectoren oder akzeptierten Domänen führt keine der beiden Seiten auf.

Was sich ändert und was nicht, wenn Sie POP3-/IMAP-Postfächer abholen

ThemaWas Microsoft für Exchange SE angibtWas das für den Connector bedeutet
Abholen aus externen POP3-/IMAP-PostfächernPOP3 und IMAP4 gibt es als Clientzugriffsprotokolle; um Clients zu unterstützen, die sie noch verwenden, müssen die Dienste gestartet werden (POP3 und IMAP4 in Exchange Server, gilt für 2016, 2019 und SE)Keine Änderung: Exchange holt weiterhin keine Mail aus Provider-Postfächern ab. Das übernimmt ein eigener Connector-Dienst.
EmpfangsconnectorenDieselbe Dokumentationsseite gilt für 2016, 2019 und SE. Der Standardconnector Default Frontend <Servername> nimmt anonyme Verbindungen von externen SMTP-Servern an (Empfangsconnectors in Exchange Server)Keine Änderung an der Zustellung: SMTP an Port 25, Berechtigungsgruppe Anonyme Benutzer am Empfangsconnector, wie in der Exchange-Konfigurationsanleitung.
Wo ein Empfangsconnector liegtEin Empfangsconnector ist dem Postfachserver zugeordnet, auf dem er erstellt wurde, und wird in Active Directory als untergeordnetes Objekt dieses Servers gespeichertDirektes Upgrade: derselbe Server, derselbe Connector. Neuer Server: eigene Empfangsconnectoren — die Berechtigung muss dort erneut gesetzt werden.
Akzeptierte DomänenAkzeptierte Domänen sind eine globale Einstellung der Exchange-Organisation (Akzeptierte Domänen in Exchange Server)Sie sind bereits vorhanden, wenn ein neuer Server in die Organisation kommt. Prüfen, nicht neu anlegen.
SendeconnectorenEin Sendeconnector hat Quellserver — die Exchange-Server, auf denen er gehostet wird (Sendeconnectors in Exchange Server)Wichtig für ausgehende Relays wie MultiSendcon, wenn der Server wechselt — siehe unten.
TLS-VoreinstellungenStandardmäßig sind nur TLS 1.2 und TLS 1.3 aktiviert; für SMTP wird TLS 1.3 noch nicht unterstützt (Neuerungen, Abschnitt für Upgrades von Exchange 2016)Nur von Belang, wenn in den Exchange-Einstellungen des Connectors STARTTLS erlauben eingeschaltet ist. POPcon führt TLS 1.2 / 1.3 Verschlüsselung auf; die Versionshistorie nennt die TLS-1.2-Unterstützung mit Version 4.0 — setzen Sie also eine aktuelle Version ein.
BetriebssystemExchange SE läuft auf Windows Server 2025, 2022 und 2019; als Installationsoption empfiehlt Microsoft Server Core (Unterstützbarkeitsmatrix)Die POPcon-Voraussetzungen nennen dieselben drei Windows-Server-Versionen, erwähnen Server Core aber nicht. Siehe „Auf dem SE-Server oder daneben“ weiter unten.
UpgradepfadDirekt nur von 2019 CU14 oder CU15; direkte Upgrades von Versionen vor Exchange Server 2019 werden nicht unterstütztVon 2016 oder 2013 aus bekommt der Connector ein neues Zustellziel.

Warum ein SMTP-basierter Connector nicht von der Exchange-Version abhängt

Ein POP3-/IMAP-Connector wie POPcon ist ein Windows-Dienst, der sich an jedem Provider-Postfach anmeldet, die Nachrichten herunterlädt und sie so an Exchange übergibt, wie es jeder andere Mailserver täte: per SMTP, an einen Empfangsconnector. Der Knowledge-Base-Artikel Funktioniert POPcon auch mit Exchange Server 2000, 2003, oder mit Exchange 5.5? sagt es so: POPcon nutzt bei der Übertragung an den Exchange Server „nur das SMTP-Protokoll und greift nicht auf interne Strukturen des Servers zu“ und funktioniert damit mit jedem SMTP-fähigen Mailserver. Die POPcon-Systemvoraussetzungen nennen Exchange Server SE an erster Stelle der kompatiblen Mailserver.

Auf der Connector-Seite besteht die gesamte Beschreibung des Exchange Servers aus drei Einstellungen auf der Seite Exchange-Server-Konfiguration: der Exchange-Server-Adresse (Hostname oder IP-Adresse), dem SMTP-Port (Standard 25) und STARTTLS erlauben. Keine davon nennt eine Version. Auf der Exchange-Seite steht dem der Empfangsconnector gegenüber, der auf Port 25 mit der Berechtigungsgruppe Anonyme Benutzer lauscht, dazu die akzeptierte Domäne für Ihre Maildomäne; beides beschreibt Microsoft für Exchange 2016, 2019 und SE auf denselben Seiten, die in der Tabelle oben verlinkt sind. Warum Exchange seit den Small-Business-Server-Ausgaben keinen eigenen Connector mehr hat, behandelt der Ratgeber Hat Exchange Server einen eingebauten POP3-Connector?

Die Upgradepfade — und was jeweils mit dem Connector zu tun ist

Microsofts Seite unterscheidet drei Ausgangslagen. Die Arbeit am Connector ergibt sich daraus, ob der Server derselbe bleibt.

AusgangslageMicrosofts Weg zu SEPOP3-/IMAP-Connector
Exchange 2019 CU14 oder CU15Direktes Upgrade auf Exchange SEDerselbe Server, derselbe Empfangsconnector, dieselbe Adresse im Connector. Nichts umzustellen; die drei Prüfungen unten genügen.
Exchange 2016Kein direktes Upgrade. Legacyupgrade zuerst auf Exchange 2019 CU14 oder CU15 oder gleich auf Exchange SE. Die Koexistenz von 2016 mit einer 2019/SE-Organisation wird mit Exchange 2016 CU23 auf allen 2016-Servern unterstützt (Systemanforderungen)Neuer Server: dessen Empfangsconnector einrichten, dann die Exchange-Server-Adresse im Connector ändern. Läuft der Connector auf dem alten Exchange-Server, ziehen Sie ihn vorher um.
Exchange 2013Zuerst Legacyupgrade auf Exchange Server 2019 CU14 und Exchange 2013 vollständig aus der Organisation entfernen; erst dann das direkte Upgrade auf SEDer Connector zieht einmal um, beim Schritt auf den 2019-Server; das spätere direkte Upgrade auf SE berührt ihn nicht.

Nach einem direkten Upgrade (2019 auf SE): drei Prüfungen

  1. Der Dienst Microsoft Exchange-Transport ist auf dem Server gestartet.
  2. Der Empfangsconnector auf Port 25 trägt weiterhin die Berechtigungsgruppe Anonyme Benutzer (EAC → Nachrichtenfluss → Empfangsconnectors → Default Frontend → Sicherheit).
  3. Einstellungen testen auf der Exchange-Seite von POPcon baut die Verbindung auf und erhält eine Antwort.

Ist Exchange während des Setups nicht erreichbar, geht dem Connector nichts verloren: Nach dem Knowledge-Base-Artikel Was passiert mit abgeholten Emails wenn mein Exchange Server ausfällt – gehen sie verloren? speichert POPcon jede abgeholte Nachricht als .msg-Datei und überträgt sie, sobald der Exchange Server wieder erreichbar ist. Halten Sie den POPcon-Dienst für die Dauer des Upgrades stattdessen an, wartet die Mail einfach in den Provider-Postfächern.

Nach einem Legacyupgrade (neuer Server): die Reihenfolge

  1. Akzeptierte Domänen. Sie sind eine globale Einstellung der Organisation; der neue Server kennt Ihre Maildomäne also bereits. Kontrollieren Sie es unter Nachrichtenfluss → Akzeptierte Domänen.
  2. Empfangsconnector auf dem neuen Server. Empfangsconnectoren gehören zu dem Server, auf dem sie erstellt wurden. Aktivieren Sie Anonyme Benutzer am Connector Default Frontend des neuen Servers, wie in der Konfigurationsanleitung beschrieben; Schritte und Begründung stehen im Ratgeber POP3- und IMAP-Postfächer in Exchange Server 2016, 2019 und SE abholen. POPcon übergibt immer ohne SMTP-Authentifizierung.
  3. Standort des Connectors. Läuft POPcon auf dem alten Exchange-Server, ziehen Sie es um, bevor dieser Server entfernt wird: POPcon auf dem Zielrechner installieren, den Dienst stoppen, popcon.config und alle uids_*-Dateien kopieren, den Dienst starten (Wie kann ich die Konfiguration von POPcon sichern und/oder auf einen anderen Rechner übertragen?). Die uids-Dateien enthalten die Liste der bereits heruntergeladenen E-Mails.
  4. Exchange-Server-Adresse. Tragen Sie in POPcon den Namen oder die IP-Adresse des neuen Servers ein und klicken Sie auf Einstellungen testen.
  5. Den ersten Abrufzyklus beobachten. Antwortet Exchange mit einem Fehler, zeigt der Antwortcode, welcher der Schritte oben fehlt: 550 5.7.1 Unable to relay weist auf die akzeptierte Domäne oder die Berechtigungen des Empfangsconnectors, die übrigen Codes erklärt der Ratgeber Exchange SMTP-Fehlercodes erklärt.

Ausgang: MultiSendcon und der Sendeconnector

MultiSendcon sitzt auf der anderen Seite von Exchange: ein SMTP-Relay, das Exchange über einen Sendeconnector namens „MultiSendcon“ auf Port 2500 erreicht und das dann anhand der Absenderadresse den Smarthost des Providers wählt. Die Produktseite führt Exchange Server SE als unterstützt und hält fest, dass „keine Exchange-Agents oder Transport-Pipeline-Plugins benötigt“ werden. Nach einem direkten Upgrade von 2019 ist der Sendeconnector dasselbe Objekt wie zuvor; prüfen Sie mit Get-SendConnector, dass er aktiviert ist und sein Adressraum weiterhin die von Ihnen gesetzten Kosten trägt.

Bei einem neuen Server verdienen zwei Eigenschaften dieses Sendeconnectors einen Blick. Seine Quellserver — nach Microsoft die Exchange-Server, auf denen der Sendeconnector gehostet wird — müssen den neuen Server enthalten, bevor der alte entfernt wird. Und seine Smarthost-Adresse muss die IP-Adresse sein, auf der der MultiSendcon-Dienst lauscht: Die Installationsanleitung lässt Sie die voreingestellte 127.0.0.1 durch die Adresse ersetzen, die Sie auf der Konfigurationsseite „Master relay“ gewählt haben, und 127.0.0.1 kann nur funktionieren, solange MultiSendcon auf demselben Rechner läuft wie der Quellserver. Muss der Connector neu angelegt werden, steht der Befehl dazu in der Knowledge Base: Den MultiSendcon-Sendekonnektor manuell in Exchange erstellen. Wie Exchange zwischen Sendeconnectoren auswählt, erklärt der Ratgeber Mehrere Smarthosts in Exchange 2016/2019.

ChangeSender, das Outlook-Add-in zur Wahl der Absenderadresse, nennt auf seiner Produktseite Exchange 2000 bis 2019 und Exchange Server SE.

Auf dem SE-Server oder daneben

Exchange SE wird auf Windows Server 2025, 2022 und 2019 unterstützt, und die POPcon-Voraussetzungen nennen alle drei — der Connector kann also auf dem SE-Server selbst laufen. Zwei Punkte sprechen für einen eigenen Rechner, wenn Sie ohnehin einen neuen Server aufsetzen. Erstens kennzeichnet Microsoft Server Core als empfohlene Installationsoption für Exchange SE; die POPcon-Voraussetzungen nennen die Windows-Server-Versionen, sagen aber nichts zu Server Core, sodass sich die Frage bei einer Core-Installation mit dem Betrieb auf einem Mitgliedsserver gar nicht erst stellt. Zweitens läuft ein Connector auf einem eigenen Rechner durch jedes kumulative Exchange-Update hindurch weiter und hält die abgeholten Nachrichten, bis Exchange wieder erreichbar ist. Die Abwägung der drei Standorte steht im Ratgeber Wo installiert man einen POP3-/IMAP-Connector?

Ist der Wechsel auf SE zugleich der Anlass, den Aufbau insgesamt zu überdenken — weiter aus Provider-Postfächern abholen oder den MX-Eintrag auf den neuen Server zeigen lassen —, finden Sie den Vergleich im Ratgeber POP3-Abholung oder MX-Eintrag auf Exchange.

Häufige Fragen

Hat Exchange Server SE einen eingebauten POP3-Connector?

Nein. Microsofts Seite zu POP3 und IMAP4 für Exchange Server 2016, 2019 und Subscription Edition beschreibt die beiden Protokolle als Zugang für Clients zu Exchange-Postfächern; die Dienste müssen dafür erst gestartet werden. Weder diese Seite noch Microsofts Listen der neuen und der eingestellten Funktionen in Exchange SE nennen eine Komponente, die Mail aus externen POP3- oder IMAP-Postfächern abholt. Dafür betreiben Sie weiterhin einen eigenen Connector-Dienst, der die abgeholte Mail per SMTP an Exchange übergibt.

Muss ich meinen POP3-Connector nach dem direkten Upgrade von Exchange 2019 auf SE neu einrichten?

In der POPcon-Konfiguration steht nichts, was sich auf die Exchange-Version bezieht: Sie enthält die Adresse des Exchange Servers, den SMTP-Port (Standard 25) und die Option STARTTLS. Laut Microsoft entspricht Exchange SE RTM im Code Exchange Server 2019 CU15, abgesehen von Lizenzvereinbarung, Produktname und Buildnummer. Prüfen Sie nach dem Upgrade, ob der Dienst Microsoft Exchange-Transport läuft, ob der Empfangsconnector auf Port 25 weiterhin die Berechtigungsgruppe Anonyme Benutzer trägt, und klicken Sie in POPcon auf der Exchange-Seite auf Einstellungen testen.

Kann ich von Exchange 2016 oder 2013 direkt auf Exchange Server SE aktualisieren?

Nicht auf demselben Server. Microsoft unterstützt direkte (In-Place-)Upgrades nur ab Exchange Server 2019. Von Exchange 2016 führt ein Legacyupgrade, also ein neuer Server, entweder zuerst auf Exchange 2019 CU14 oder CU15 oder gleich auf Exchange SE. Von Exchange 2013 müssen Sie zuerst per Legacyupgrade auf Exchange 2019 CU14 wechseln und Exchange 2013 vollständig entfernen, bevor das direkte Upgrade auf SE möglich ist. In beiden Fällen muss der Connector auf den neuen Server zeigen.

Werden Exchange Server 2016 und 2019 noch unterstützt?

Nein. Nach Microsofts Unterstützbarkeitsmatrix ist der Support für Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Exchange Server Subscription Edition führt Microsoft auf der Lifecycle-Seite unter der Modern-Lifecycle-Richtlinie, mit dem Startdatum 1. Juli 2025 und dem Status aktiver Support.

Funktionieren POPcon, MultiSendcon und ChangeSender mit Exchange Server SE?

Die POPcon-Systemvoraussetzungen nennen Exchange Server SE an erster Stelle der kompatiblen Mailserver; die Produktseiten von MultiSendcon und ChangeSender führen Exchange Server SE als unterstützt. POPcon und MultiSendcon tauschen Mail mit Exchange ausschließlich per SMTP aus: POPcon liefert an einen Empfangsconnector, MultiSendcon nimmt von einem Sendeconnector an. Keines der beiden Programme installiert einen Agenten in der Transportpipeline von Exchange.

Mehr in den Exchange-Ratgebern, auf der POPcon-Produktseite, der POPcon-Downloadseite, der MultiSendcon-Downloadseite oder in der Knowledge Base. In English: Exchange Server SE (Subscription Edition) and POP3/IMAP mailbox retrieval: what changes, what does not